Berabecka Boandlbräu

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Nachdem ich ja letzten Montag nachmittags nach Augsburg gefahren bin , hab ich gleich mal einen freien Nachmittag, da mein Zug erst um 21Uhr 30 nach Paris ging. Liegewagen. Ankunft Dienstag ca 9 Uhr. War nicht besonders angenehm, es war sehr eng, aber ich konnte die meiste Zeit schlafen. Paris, das uebliche: Notre Dame, Scheisshaus suchen, an der Seine entlang, Eiffelturm, Chams Elysees, Brotzeit machen, zurueck zum Bahnhof Nord, Biertrinken, nach der Weiterfahrtmoeglichkeit nach Bordeaux erkundigen. Aber mir eilt es nicht. Ich ueberlege ob ich die Nacht in Paris bleibe oder weiter fahre. Da beobachte ich, wie die Leute in die Zuege einsteigen und aussteigen, wie sie sich beeilen noch in den Zug zu kommen, und denke mir: Man weiss doch wenn der Zug geht. Warum kommen die einfach nicht rechtzeitig. Dann kommt keine Hektik auf und man muss sich nicht hetzen. Wahrscheinlich auch so eine genetisch eingebaute Dummheit im Menschen, alles auf dem letzten Druecker zu machen. Das ist wie bei Weihnachten. 24. Dezember. Huch, Heute ist ja Heiliger Abend. Da brauch ich ja noch das und das und das. Warum sagt das keiner vorher. Voellig ungeplant schneit da Weihnachten rein. oh gott oh Gott oh Gott. Mir kann das nicht passieren. Ich habe Zeit. Und die vertroedele ich so gut, wie es nur eben geht. Dann habe ich mich doch noch entschieden, ich fahre heute abend noch nach Bordeaux. Je veux vendre un billet a Bordeaux. ah oui. Es gibt nur noch einen Zug heute nach Bordeaux aber nicht von hier, vom gare d'ouest sondern vom gare montparnasse, ach ja und wo ist der? Da muessen sie mit der Metro Nr. 4 Richtung Sueden fahren ca 10 Stationen. Wann geht der Zug? In einer Dreiviertelstunde. Schaffe ich das noch. Peut-etre (Vielleicht). Ok. Ich versuchs. 68 Euro. gut. Wo ist die Metro? Ich bewege mich schnell im Gebaeude mit dem Fahrrad den Schildern Richtung Metro entgegen. Fahrkarte? Ja aber welche. Scheiss Automaten. Was bedeutet das alles. Geht mir mit den Deutschsprachigen Fahrkartenautomaten schon so, dass man immer ein schlechtes Gewissen haben muss, hab ich die richtige Fahrkarte. Scheiss egal, mir pressierts, Fuer sechs Euro kommen vier Fahrkarten heraus, von denen ich nicht weiss, ob es die richtigen sind. Fuer sechs Euro ist zumindestens mein Gewissen beruhigt, genug bezahlt zu haben. Ich stemple eine ab. Baue mein Fahrad auseinander mit dem ganzen waere ich nicht durch den Eingang gekommen. Auch jetzt gestaltet es sich noch schwierig durch die engen Kreuze zu kommen. Die Gitarre auf dem Ruecken, Die Lenkertasche quer rumgehaengt, in der linken Hand meine Tasche mit Schlafsack, Gewand usw und das Zelt, in der Rechten Hand das zusammengelegte Fahrrad. Eine halbe Stunde noch. Im schnellen Schritt mit meine 30 kg Gepaeck den Schildern Metro Linie 4 hinterher. Ich hab das Gefuehl durch den ganzen Pariser Untergrund zu laufen. Weit kann es ja dann mit der Metro nicht mehr sein. eine Treppe hinunter 150 m, dann eine wieder hinauf, links 100 Meter, dann Tatsaechlich der Bahnsteig. Ich versichere mich. dass es auch der Richtige ist. Stelle mein Gepaeck ab. Es ist schwer geworden. 2 Minuten bis der naechste Zug kommt. Juhu. Dann schau ich wie ich mit meinem Gepaeck in den Zug komm. Alles eng. viele Leute. Aber es klappt.Und ich zaehl die Stationen. Um 10 nach 9 Uhr geht mein TGV in Monparnasse weg. Ich werde nervoes. Bei einer Station versuche ich draussen auf eine Uhr einen Blick zu erhaschen, genau hab ich es nicht erkannt, muss aber nach 9 uhr gewesen sein. Scheisse noch 4 Stationen. 3,2,1 da. Raus aus dem Zug. kurze Orientierung, ah, den ganzen Bahnsteig entlang hinten raus, Richtung SNCF. Treppen rauf 100 meter im Laufschritt. Die Radhand tut sich immer schwerer mit dem Griff, ich muss mal absetzen. Kurz die Hand ausschuetteln. Weiter geht's. Treppen runter. Auch die andere Hand hat keine Kraft mehr. Sie muss aber. Was ist das? Ein Laufband mit mindestens 400 m laenge. Erst mal da rauf und alles fallen lassen. Haende ausschuetteln. mittlerweile habe ich angefangen zu schwitzen. Alles wieder aufgenommen, und im Laufschritt auf dem Laufband an den anderen vorbei. Eine Frau mit Kinderwagen. Ich muss hinter ihr wieder alles fallen lassen. Meine Haende koennen nicht mehr. Der Schweiss steht mir auf der Stirn. Hilft nix. Mit meinem Gepaeck quetsche ich mich an dem Kinderwagen vorbei. im Laufschritt weiter. Dann das Ende des Laufbandes. Kurz vorher setze ich noch mal kurz ab. dann Orientierung wo muss ich hin? Treppen rauf rum ums Eck dann zum glueck noch eine Rolltreppe. Dann der Bahnhof. Gleis Nummer 5 brauch ich. 10, 9, diese Richtung, 8, 7, 6 und 5 ist gleich daneben. Der Zug ist noch da. Ich schiele auf die Uhr. 9 Uhr 09. Der Schaffner steht schon da. ich frage ihn nach dem Wagen 18, dort war mein Platz. er sagt, der ist am anderen Ende, ich solle gleich den naechsten Wagen nach der Ersten Klasse einsteigen, denn der Zug faehrt gleich ab. Ich haste noch ein letztes mal los, schiebe meine Gepaeckstuecke in den Wagon, erklimme selbst die letsten zwei Stufen. Pfiff und die Tueren gehen zu. Um mit Boris Becker zu sprechen. Ich bin drin. Dann hab ich mindestens 10 Minuten gestanden, um meinen Puls wieder auf Normalwerte zu bekommen.Stehplatz mit meinem ganzen Scheiss mitten im Gang. An meinen Platz zu kommen mit dem Gepaeck war nicht moeglich. Ich hab alles stehen gelassen. und bin ins Bordrestaurant gegangen und hab mir eine o,33 l Dose Bier fuer 3 Euro 60 gekauft. Geschafft. Erst mal.