So schnell gehts. Es hat mich in Korsika angepisst. Mein Hotelzimmer hatte ein Fenster in den Innenhof, unten standen die Mülltonnen, die Abluft einer Küche und gegen über einer Bäckerei haben eine Symphonie der Düfte gespielt, also bin ich raus zum Biertrinken: Pietra heißt der Stoff, da ist Kastanienmehl drinnen und hat sechs Prozent Alkohol, Farbe: abmbré erinnert ein bißchen an Boandlbräu. Zwei Tage mache ich das schon, zwischendrin mal ins Internetcafe, dann wieder Regen, zwar warmer Regen, aber naß.
Da denk ich mir: Was mach ich hier eigentlich? Keine Sachen, die ich nicht zuhause auch machen könnte. Also kommt die Entscheidung. Internetcafe. Suche nach der nächsten Fähre. Suche nach dem nächsten Zug. Fertig. Noch ein letztes Mal raus zum Biertrinken: das war auch das einzige Mal in den drei Wochen, in denen ich jetzt weg war, daß das Zeug auch eine Wirkung hinterlassen hat. Ich hatte nämlich mein Fahrrad noch vor dem Hotel angekettet, und hab mir gedacht, daß ich es wohl besser mit rein nehme, und drinnen im Gang an die Topfpalme anbinde.
Beim Aufstehen allerdings wusste ich nicht mehr genau, ob ichs dann auch getan habe, oder nicht.
Erst als ich runter ging und nachgeschaut habe, mußte ich gleich lachen: Mein Fahrrad war herinnen neben der Palme und das Schloß war auch um die Palme, allerdings ohne Verbindung zum Fahrrad. Der gute Wille des Festmachens war noch da, aber mit der vorschriftsmäßigen Ankettung AN eine Palme bin ich wohl nicht mehr zu recht gekommen. Nach dem Auscheckecken bin ich dann zum Hafen auf die Fähre Richtung Livorno, von da mit dem Zug nach Firenze und von da mit dem Nachtzug nach München. Ankunft Sonntag 6 Uhr 30. Diesmal habe ich keine Liege bestellt (Fehler) und hab nur ein paar Stunden geschlafen, mit mehreren Unterbrechungen: in so einem Stuhl kann man einfach nicht übernachten.
In München war es dann bitter kalt aber die Freude des Wiederdaheimseins hat die Kälte übertüncht. Und die Freude einer Leberkaassemmel, die ich mir dort gekauft hab. Kann sich natürlich keiner vorstellen, die Freude, aber nach vier Wochen mal wieder eine Leberkaassemmel war für mich schon eine ausserordentlich große Freude.