Gestern, 03.02. bin ich ja erfolgreich auf meinen Jakobsweg losgezogen. ca 10 Tage sind eingeplant. Den ganzen Tag laufen. Kann ja nicht so schwer sein. Schönes Wetter hab ich momentan auch erwischt. Und doch am ersten Tag hab ich gedacht, ich packs nicht mehr. Angefangen hats ja ganz prima. Mit dem Zug nach Schrobenhausen, Im Pfarramt den Stempel für meinen Pilgerausweis abgeholt, und auf die Piste. Ab dem Kreisverkehr ist alles wunderbar beschildert, und es geht schön eben dahin, wenn da die Vereisungen nicht wären. Mit den Stöcken gehts. Das zweite Paar Füße ist dringend nötig auch wenns am Anfang noch etwas ungewohnt ist. In Hörzhausen habe ich noch beim Rudi vorbeigeschaut, und dann weiter nach Unterbernbach, an Reifersdorf vorbei nach Inchenhofen. Zwischendrin mal immer eine Kleine Pause. Eine letzte Lebakaassemmi aus dem Hause Ottillinger und dann Richtung Sainbach nach Motzenhofen. Am Krebsbach entlang nach Schönbach und Igenhausen. Dann der Wegweiser: Hauswies 4 Km. Mittlerweile ist es schon nach 17 Uhr. Es wird schon ganz dumpa und die Füße wollen nicht mehr so. Das Kreuz tut weh. Jede Bank auf dem Weg (2) nutze ich noch für ein kurzes Rucksackablegen und Füße hochlegen. Doch dann kurz nach 6 passiere ich den Bachwirt, der glücklicherweise Di abend und Mittwoch geschlossen hat. Hier wollte ich eigentlich etwas essen und evtl übernachten aber damit war nix. Da bin ich doch gleich zu meinem alten Musikerkollegen Paul weiter gepilgert, der glücklicherweise da war und natürlich im Stress. Aber meine Rettung für den Abend (Essen und Übernachtung) und dann haben wir natürlich noch ein bißchen Musikgespielt. Am nächsten morgen um 8 bin ich dann weiter bei klirrender Kälte mit einem mords Muskelkater und zum Glück habe ich mir am ersten Tag auch gleich einen Wolf gelaufen. So hab ich mir das vorgestellt und der Gedanke stellt sich ein, warum ich eigentlich nicht normal Urlaub machen kann, so wie alle anderen auch mit Flugzeug, Taxi usw. Zäh schleppe ich mich mit kleinen schmerzenden Schritten Richtung Pfaffenzell, dann durch eine Kiesgrube, der hauptstraße entlang und dann den Lechrain hinunter nach Derching. Pause. Nach der Pause weiß ich nicht mehr wie ich mich bewegen muß. Nach Derching durch die neue Autobahnbrücke nach Stätzling. Am Ende von Stätzling ist Mittag und ein Tengelmann linkerhand. Brotzeit gekauft, den Rucksack an eine Hauswand drapiert, die Sonne von Süden, geniese ich ohne wanderschuhe die Mittagspause. Die ersten Schritte sind wie üblich die Hölle, aber weiter gehts nach Wolfertshausen und schließlich Fiedberg. Dort wieder Pause und Der Entschluß: nach Augsburg fahr ich mit dem Bus. In Augsburg schleppe ich mich zur Touristinfo um meinen Pilgerpass abstempeln zu lassen und jetzt gehts zur Herberge, so daß ich dann ohne Gepäck zur Stammtischzeit bei einem Bier sitzen kann um ein höchst wehleidiges Fernprost durch den Äther zu schicken.